Seit einigen Wochen häufen sich in einigen Foren die Nachrichten von Strato Nutzern, über von GMX geblockte Email-Zustellungen: “Bekomme seit Tagen folgende Meldung, wenn ich Mails an Gmx-Adressen versende” (link)

Original Wortlaut der Fehlermeldung:

*** DIES IST NUR EIN HINWEIS – SIE BRAUCHEN DIE MAIL NICHT NOCH EINMAL ZU SENDEN. ***

Die originale Mail wurde eingeliefert am Montag, 23. März 2009 11:51:32 +0100 (MET)
von Host xxxxx

Absender: xxxxxxx
Betreff: xxxxxx

Achtung: Die Mail konnte seit 1 Stunde nicht versendet werden.
Es wird weiter versucht die Mail auszuliefern bis Dienstag, 24. März 2009 11:51:32 +0100 (MET).

Die folgenden Empfänger sind betroffen:

xxxxxxxxx@gmx.de
Fehler : 421 4.3.2 System not accepting network messages
Erklärung: host mx0.gmx.de [xxx.xxx.xx.xxx] said: {mx114} Too many bad recipients.
Are you an address harvester? Try again in 20 hour(s) 48
minute(s)
Letzter Weiterleitungsversuch war: Montag, 23. März 2009 12:50:39 +0100 (MET)

Nach etwa 24 zusätzlich verstrichenen Stunden landet die E-Mail dann übrigens doch noch beim Empfänger im GMX-Account. Laut GMX, ein Spamschutz gegen unerwünschte Werbemails, welche laut GMX anderorts über einen Strato Server versendet werden (-> was zum Teufel ist ein “Adress Harvester”?? ).

An anderer Stelle ist zu lesen: “Strato sagt: GMX ist schuld. GMX hat keine Kontaktmöglichkeiten – wahrscheinlich ist denen das auch total Schnuppe” (link). Eine offizielle Stellungnahme von GMX scheint es derzeit zumindest nicht zu geben.

Was steckt nun hinter der Geschichte? GMX ist immerhin unmittelbare Tochter der Dachgesellschaft United Internet, welche über die Firma 1&1 wiederum einer der größten Strato Konkurrenten in Hostinggeschäft ist. Diese Antwort ist reine Spekulation, doch die Luft wird scheinbar eng auf dem deutschen Internetmarkt. Über die Marktstellung des Freemail-Anbieters GMX die Funktionalität von Wettbewerbern anderer Geschäftsbereiche einzuschränken scheint naheliegend.

Schade nur, dass man dabei vergisst, dass auch das zuverlässige Image von GMX unter der Aktion Schaden nehmen könnte. An anderer Stelle gibt es inzwischen analog erste Meldungen über von Strato-DSL geblockte GMX-Seiten. Kein gutes Zeichen. Wenn die beiden Konkurrenten hier nicht bald zu einer Lösung kommen, werden wir sehen, ob sich unsere local heroes bald schon selbst in die Tüte einstampfen. Wer weiterhin Mails von Strato-Kontakten empfangen möchte, dem hilft wohl langfristig nur ein Wechsel weg von GMX und hin zu einem anderen Anbieter.


  1. Pascal Rosenberg

    Das Image von GMX leidet darunter überhaupt nicht. Das Strato-Netzwerk ist als Spamschleuder bekannt und GMX dafür, Spam aktiv zu bekämpfen. Alle bisherigen Versuche, Strato dazu zu bewegen, vor allen Dingen seine Serverkunden besser für das Thema zu sensibilisieren, sind ja fehlgeschlagen. Es ist Strato anscheinend scheißegal. Und nun macht man halt mal das, was man mit kleineren Providern bei GMX auch tut, wenn aus deren Netz Spam kommt. Man filtert. Und zwar gründlich.

    Also, wer ein Problem damit hat, der möge doch die Strato-Hotline solange nerven, bis die merken, dass es sich durchaus lohnt, seine Kunden für den Umgang mit Spam zu sensibilisieren. Und in deren Netz finden sich genug Server, die schon auf Blacklists stehen. Einfach mal das Strato-Netz bei RIPE raussuchen und dann gegen die gängigen Tools im Internet testen.

  2. /me

    E-Mail ist kein Echtzeitkommunikationsmedium! Im SMTP Standard gibt es keinerlei Zusagen, wie lange eine E-Mail zur Zustellung benötigt bzw. benötigen darf. Das vergessen die meisten (zugegebenermaßen nicht technikaffinen) Benutzer.

    Die Gründe, weshalb eine verspätete Zustellung erfolgt, wurden von Pascal Rosenberg in seinem Kommentar mMn. recht gut dargelegt. Sofern ein Benutzer den Spamschutz für sein GMX-Konto deaktiviert (http://faq.gmx.net/messages/email/optionen/antispam/), sollte auch eine zügige Zustellung wieder möglich sein – zusammen mit all den Spam-Mails, die eben sonst durch diese Funktion blockiert werden.

  3. Aus dem Zusammenhang mit dem Rest der Meldung würde ich sagen, mit “adress harvester” sind Systeme gemeint, die durch Ausprobieren herauszufinden versuchen, welche E-Mail-Adressen es bei GMX gibt. Um das zu verhindern, verweigert GMX offenbar nach einer gewissen Anzahl von Fehlversuchen eines Mailservers von diesem für einen Tag keine Mails mehr an.

    Das hört sich eher so an, als würde Strato sich da von Spammern mißbrauchen lassen. Blockierte GMX aufs gerate Wohl die Server seiner Mitbewerber, täten sie sich selbst ja nicht gerade einen Gefallen.

  4. Chris

    “Das Image von GMX leidet darunter überhaupt nicht. Das Strato-Netzwerk ist als Spamschleuder bekannt und GMX dafür, Spam aktiv zu bekämpfen.” Ist ja wohl ein Witz. United Internet sammelt Spammer die woanders rausgeflogen sind und hostet sie absolut Beschwerderesistent.

  5. Sebok

    Das Image von GMX ist bedingt durch derartige Aktionen völlig im Popo.

    Es geht hier nicht nur um Strato, ALLE Freenet SMTPs werden abgewiesen (Strato verwendet Freenets Infrastruktur unter anderem). Damit sind auch alle Freenet-Kunden betroffen.

    Spam hin oder her, einem Kunden einfach per Definition zu verbieten, Emails von bestimmten Providern empfangen zu können ist schlicht unerhört.

    GMX verliert sämtliche Seriosität und Zuverlässigkeit.
    Wer weiterhin auf GMX setzt, ist somit selbst schuld. Dumm ist daran nur, dass es immer noch reichlich “Opfer” gibt, die davon nichts wissen und von GMX weiterhin vorgegeben bekommen, mit wem sie Emails austauschen dürfen und mit wem nicht.

  6. kunde

    Es sind auch andere Provider betroffen, nicht nur Strato.
    Diese haben allerdings nach dem Update der Software und Einstellungen bei GMX einiges getan um diese Zustellversuche an nicht existierende Empfänger bei GMX einzudämmen.

    Andere Provider, vorallem Unis setzten solche temporären Blocks bei zu vielen E-Mails an unbekannte Empfänger schon seit einiger Zeit erfolgreich ein.

    Gmx blockt eine IP erst für wenige Minuten/1 Stunde… und je häufiger der Server weiterhin “spamt”, desto länger wird die Zeit der Sperrung.

    Ein Spamschutz ist dies nicht, da Spammails nach dem Block von einem normalen Mailserver einfach wieder gesendet und zugestellt werden. Es geht hier um den Schutz vor der Verifizierung von gültigen GMX-Adressen um automatisierte Programme/Server auszubremsen.

    ** Mitarbeiter eines Providers **

  7. Tom

    Die Aussage von “Kunde” scheint mir plausibel zu klingen und zumindest die guten Absichten dieser Vorgehensweise nahezulegen.

    Trotzdem – wenn GMX keinen reibungslosen Empfang von Emails anderer Provider sicherstellen kann, ist meine GMX Adresse für mich nicht mehr zu gebrauchen. Noch ärgerlicher, wenn Formularnachrichten anderer Provider geblockt werden, weil diese im Gegensatz zu normalen Mails nicht wiederholt gesendet werden, und somit unwiederbringlich im Nirvana verschwinden.

    Diese Einschränkungen für die eigenen Nutzer bewusst in Kauf zu nehmen scheint mir doch reichlich kurz gedacht von einem Anbieter wie GMX. Unabhängig davon, ob damit auch andere Wettbewerber in ihrer Funktionalität eingeschränkt werden oder nicht. Statt durch eine nicht-Auslieferung eingehender Nachrichten, könnten die eigenen Adressen auch effektiv geschützt werden, indem man generell darauf verzichtete dem Absender eine detaillierte Rückmeldung über die Existenz der verwendeten Empfängeradressen zuzustellen.

    Ich bin kein Techniker, aber seit 8 Jahren Nutzer von GMX Free-Mail und seit einigen Jahren auch DSL-Kunde und muss sagen, dass ich ein kundenorientierteres Vorgehen von meinem Provider gewohnt bin. Sollte hier nicht schnell gegengelenkt und wieder mit anderen Providern zusammengearbeitet werden, hilft trotz aller guten Absichten wirklich nur ein Wechsel zu einem anderen Anbieter.

  8. Tom, das ist so nicht ganz richtig. GMX verschluckt die Nachrichten nicht, sondern verweigert die Annahme. Die Idee, keine Rückmeldung über die Existenz oder Nichtexistenz eines Postfachs zu geben, klingt auf den ersten Blick clever. Ist es aber nicht. Wenn mein Server eine Mail annimmt, die er gar nicht ausliefern kann, vernichte ich unter Umständen eine legitime wichtige E-Mail, die vielleicht nur einen Tippfehler in der Adresse hatte, ohne das der Absender das mitbekommt. Blöd wenn der eine Anwaltskanzlei war, die eine Abmahnung geschickt hat. Das möchte ich dem Benutzer lieber nicht erklären müssen.

  9. localhost

    Dieses Vorgehen ist für einen Freemailer meines Erachtens unsinnig. Es gibt deutlich bessere Methoden wie z.B. eine Ratecontrol die auch vor solchen Spamattacken schützt (setzt selbst arcor ein) aber die Emails wenigstens schneller ankommen lässt. Dies zeigt, dass GMX keinerlei Interesse daran hat irgendetwas für die GMX-User zu optimieren.

  10. Ich bin ganz normaler Freemail-Kunde von GMX, aber seit einiger Zeit kann ich fast nie mehr Mails ueber GMX versenden, weil ich beinahe jedesmal genau den gleichen Schinken bekomme: “too many bad recipients, are you an address harvester?” usw. Wartezeit fuer mich schwankt zwischen einer und 14 Stunden, offenbar ganz zufaellig. Ich bin nun wirklich kein address harvester, und bad recipients gibt es in meinen Mails auch nicht – das sind ganz normale persoenliche Mails an jeweils einen Empfaenger. Gibt es da noch Hoffnung, oder muss man aussteigen? Es ist halt so umstaendlich, jeden seiner Kontakte erst mal ueber die Adressenaenderung zu informieren! Sonst haette ich es schon laengst getan.
    Also GMX blockiert nicht nur eintreffende Mails anderer Anbieter, sondern auch die ausgehenden Mails eigener Kunden! Das kann nur ein grober Systemfehler sein.

  11. kunde

    Also es sind jedes mal Mails von @gmx.* an …@gmx.*?
    Wenn das so ist, dann blockiert GMX seine eigenen Server und die haben immer noch kein Whitlisting (welches nur bei Web.de gibt), aber Aussnahmen für die eigenen Server sollten mindestens sein :-)

  12. Hallo “Kunde”,
    GMX blockiert zur Zeit so gut wie alle meine Versuche, irgendeine Mail zu senden, egal an wen. Nicht nur an andere GMX-Kunden. Also von ich@gmx.net an *@* ! Und offenbar bin ich bei weitem nicht der einzige GMX-Kunde, dem das passiert.

    Ganz selten mal gibt es eine Ausnahme, und etwas kommt durch. Aber inzwischen so selten, dass ich es immer seltener probiere… Es lohnt sich nicht. Heute habe ich es aber wieder mal probiert. Ging nicht. Aber GMX war gnädig: Diesmal nur etwas über eine Stunde in der Ecke stehen! Habe dann diese Mails trotzdem anderswo verschickt, anstatt zu warten.

    Es fing schon vor langer Zeit an (vielleicht einem Jahr), ganz sporadisch, und ging dann immer wieder normal. Aber dann wurde es immer schlimmer, und seit über einem Monat ist es so gut wie ganz aus.

  13. ich finde es furchtbar, ich kann von freenet kein Reply auf einen einzigen Kunden von gmx machen.
    Ein Freund möchte einen Termin mit mir vereinbaren,
    ich will ihm antworten und es wird verweigert.
    Wenn ich nicht über meine Firma an den Freund antworten könnte, würde er vergeblich auf eine Antwort warten.
    Ich möchte nicht Kunde von gmx sein, abgeschnitten von der Welt und garnicht mitbekommen, dass mein provider mich so ausgrenzt.
    GMX-support meint, freenet wäre Schuld. Bin gespannt, was die sagen.
    Ich habe das Problem nur mit GMX und keinem anderen Provider daher kann ich mir kaum vorstellen, dass freenet mit dieser Blockade zu tun hat.
    Ich hoffe nur, dass nicht auch freenet auf die Idee kommt, mich auf eine solche Weise wie gmx “schützen” (isolieren) zu wollen.

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